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Fuji Jari 1.3 – der Gravel Allrounder

Auf Schotter mal so richtig die Kurbel drehen lassen, lässig über den Asphalt cruisen, im Wald flink über den flachen Wurzelteppich und spaßig unterwegs auf flowigen Trails. So haben wir das Jari 1.3 kennen und lieben gelernt. Von Fuji gibt es von diesem Gravelbike 3 Varianten.
Mit dem Jari 1.7 bekommt man für schlanke 1299€  das Einsteigermodell mit einer 2×10 fach Shimano Tiagra Gruppe und mechanischen Scheibenbremsen. Für 2999€ ist das Jari 1.1 als Topmodell mit 1×11 fach SRAM Force und hydraulischen Scheibenbremsen ausgestattet. Das 1.3er Jari ist das Mittelklassemodell. Für 1999€ ist eine 2×11 fach Shimano 105er Gruppe mit hydraulischen Scheibenbremsen verbaut. Und genau dieses schicke Bike durften wir testen.

Zur Ausstattung

RahmenA6-SL custom-butted alloy, semi-internal cable routingKurbelFSA Omega Adventure, 48/32T
FarbeSATIN GREEN / CYANTretlager
Innenlager
FSA sealed-BSA thread
SteuersatzFSA No. 42, 1 1/8" - 1 1/2", integrated cartridgeSchaltwerkShimano 105 GS, 11-speed
GabelFC-440 Cross carbon monocoque, 12mm thru-axle w/ flat-mount disc tabs, tapered sSchalthebelShimano 105 STI, 11-speed
BremsenShimano RS505, hydraulic disc, 160mm rotorsUmwerferShimano 105, 34.9mm clamp
BremshebelShimano 105 STIKassetteShimano 105, 11-32T, 11-speed
VorbauOval Concepts 313, 3D-forged 6061 stem body, +/-7°KetteKMC X11EPT, anti-rust w/ MissingLink, 11-speed
LenkerOval Concepts 325, 6061 alloy, 31.8mm clamp, 125mm drop, 25° flare, 4° sweepReifenClement X'Plor MSO, 700 x 36c, 60tpi, folding
GriffeOval Concepts 300 bar tape, suedeLaufradsatzStan's NoTubes Radler, 32/32h, 12mm thru-axle cartridge bearing hubs
SattelOval Concepts 300, cromo railPedalenicht im Lieferumfang enthalten
SattelstützeOval Concepts 300, 6061 alloy, 27.2mm diameterGewicht Komplettradab 9.80kg

Liest sich ganz solide. Vergügbar ist es in den Größen S (52cm), M (54cm), L (56cm) und XL (58cm). Konvertierbare Ausfallenden und drei Flaschenhalter runden das Gesamtpaket ab. Wir hatten das Modell in der Größe L bei 185cm Körpergröße und 90er Schrittlänge. Mein Oberkörper gehört eher der kurzen Fraktion an, dafür haben ich lange Arme – Sachen gibt´s.

Detailcheck nach der ersten Runde

Ran an´s Pferd – Sattelhöhe und Sattelneigung eingestellt, Bremsen funktionieren, Schaltung tut was sie soll, Luftdruck passt und los geht´s. Der Weg nach Hause führt mich anfangs durch die Stadt. Schnell ist das Ortsschild erreicht und der Weg zum nächsten Acker wechselt langsam von Asphalt zu Schotter. Klack, klack, klack – Gangwechsel. Für das erste Waldstück brauche ich den Klettergang, nur um kurz danach über etwas gröberen Schotter wieder gen Tal zu schießen. Zu Hause liegt mittlerweile schon wieder hinter mir. Am nahen Badesee wird Halt gemacht. Foto raus, ran an die Details.

Der Alu-Rahmen macht was her. Leicht abfallendes Oberrohr, geschwungene Sitzstreben, Befestigungsmöglichkeiten für einen Gepäckträger und Schutzbleche hinten. Drei Flaschenhalter direkt am Rahmen und die zwei Schrauben am Oberrohr ermöglichen das Anbringen einer „Low Profile Bento Box“  kurz hinter dem Steuerlager . Fast direkt darunter ist ein 2mm Silikonschulterpolster angeklebt und macht kurze Tragepassagen angenehmer. Schaltzüge und Bremsleitungen sind so weit es geht intern verlegt. Das Hinterrad wird mit einer 12mm Steckachse befestigt. Die Carbon-Gabel, ebenfalls mit 12mm Steckachse, harmoniert schön mit dem Rahmen. Beide können auf Schnellspanner umgerüstet werden. Auch die Bremsleitung vorne ist innen verlegt. Schutzbleche und Lowrider können angebracht werden. Satin green mit Cyan nennt sich die Farbe des Rahmens, die Gabel ist Grau/Schwarz mit farbigen Aufdruck.

Beide Bremssättel sind per flat-mount montiert. Der Stan’s NoTubes Radler – Laufradsatz nimmt die Clement X’Plor MSO, 700 x 36c Faltreifen auf. Das Profil macht Bock auf Speed und sollte trotzdem abseits befestigter Wege noch ordentlich halten. Shimano´s schwarze 105er Gruppe wird nur von der FSA Omega Adventure Kurbel (48/32T) unterbrochen. Außer der KMC-Kette und dem Steuersatz von FSA kommen alle anderen Anbauteile von Oval. Die STI-Hebel greifen sich sehr gut, das Lenkerband ist angenehm und gibt Halt genauso wie Komfort. Der Gravellenker wirkt auf den ersten Blick ganz schön bullig. Der Drop ist angenehm und 26° Flare vermitteln viel Sicherheit auch wenn man sich erst mal ein paar Meter dran gewöhnen muss. Der Sattel, ebenfalls von Oval, war auf den ersten Metern schon bequem. Die Sattelklemme will mit dem Imbus bedient werden.

Gib dem Pferd die Sporen – auf Kilometerjagd

Anfangs zum pendeln benutzt, wurde das Jari natürlich auch artgerecht bewegt. Gravel, CX, Bikepacking. Mit diesem Rad geht alles. Ich sitze sehr entspannt. Nicht zu sehr gestreckt, leicht aufrecht und doch sportlich genug um dem Pferd die Sporen ordentlich geben zu können. Die speziell geformten Sitzstreben geben für einen Alurahmen viel Komfort. Vor allem bei garstigem Untergrund war ich darüber sehr dankbar. Der breit ausladende Lenker bietet viele Griffpositionen. Einmal dran gewohnt möchte ich ihn gar nicht mehr aus der Hand geben. Die verwindungssteife Carbon-Gabel überzeugte mich mit absoluter Spurtreue. Überhaupt wahr ich beeindruckt von dem sehr präzisen Lenkverhalten des Jari.

Und genau da kommt auch der 36er Clement X’Plor MSO ins Spiel. An Grip fehlt es ihm nicht. Ob auf festem oder losen Untergrund, die Traktion ging nie verloren. In Kurven hält er gut die Spur, der Grenzbereich kündigt sich gut an. Nur wenn es feucht oder leicht matschig wird kommt er an seine Grenzen. Selbstreinigung ist nicht ganz seine Stärke. Die Stan´s Laufräder verrichten unauffällig gut ihren Job. Schon lange bin ich keine Shimano Schaltung mehr gefahren. Ich bin gespannt. Die Perfomance der 105er ist ganz schön ordentlich. Sie schaltet sauber und schnell. Selbst unter Druck konnte ich sie nicht aus der Ruhe bringen. Die hydraulischen Scheibenbremsen greifen wenn gewünscht bissig zu, sind aber immer gut zu dosieren.

Da ich anfangs hauptsächlich schnelle Kilometer gesammelt habe und die Trails recht begrenzt waren, hat mich das Fuji Jari zu Beginn mit viel Laufruhe und Komfort überzeugt. Beim Gravel Fondo Ride in Heidelberg ging es nun aber an´s Eingemachte. Eine 80km Runde mit rund 2000hm und Trails satt. Rauf und runter gibt es einiges zum wegstecken und geschont wird nichts. In steilen Anstiegen klettere ich gut hoch, die Front blieb ruhig. Die ersten wirklich schnellen Schotterpassagen bergab bringen mich an die Grenze. Weiter laufen lassen oder doch Gas rausnehmen? Die Shimano´s packen mit den 160mm Scheiben verdammt gut. Das Rad liegt satt und bleibt unauffällig.

Ich biege in den ersten Trail bergab. Flowig, surfe ich grinsend über Waldboden, gespickt mir kleineren Wurzeln und Steinen. Nun geht es steiler hinauf, der Untergrund ist auch keine Waldautobahn mehr. Mit Druck auf dem Pedal klettert sich das Jari auch im leicht technischen Gelände noch ganz gut. Kurz vor Ende wird es nochmal spannend. Serpentinen mit einer kleinen Holztreppe zum Abschluss. Ich bin begeistert, wie leicht sich das Fuji ums Eck zirkeln lässt. Zum Schluss teilt sich die Gruppe nochmals auf und ich folge dem Local der harte Trails verspricht. Kurz zögere ich noch – ich sitze immer noch auf einem Gravelbike – dann gebe ich Gas. Die Wurzeln nehmen zu. Mehr und gröber. Wahnsinn was ich da gerade mit 36mm-Reifen fahre. Am Ende spuckt mich der Trail wieder auf einer Straße aus. Die Bremsen riechen, aber sie haben gehalten.

 

Fazit

Mit dem Fuji Jari 1.3 bekommt ihr für 1999€ ein solide ausgestattetes Gravelbike, das nicht nur auf der Langstrecke überzeugt durch Komfort und Laufruhe. Selbst wenn es  mal zu Sache geht macht das Fuji eine gute Figur. 3 Flaschenhalter, optional umbaubare Steckachsen, Befestigungen für Schutzbleche und Gepäckträger machen dieses Rad zu einem absolut empfehlenswerten Allrounder. Das ist ein Graveller ganz nach unserem Geschmack!

Lobby-Control

Das Jari 1.3 gefällt mir schon sehr. Jedoch nicht von Fuji, sondern von einem befreundeten Radhändler bekam ich das Gravelbike für ein paar Tage zum Test. Peter von der Velo-Welt in Murnau hat mir das Rad einfach in die Hand gedrückt als wir mal wieder über´s „Graveln“ sprachen. Eine nette Geste. Es sollte nur sauber und in einem Stück wieder zurück kommen. Jetzt hab ich beim nächsten Besuch einen Kaffee gut. Danke Peter!

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